· Mehdi Aroui · Medical IT · Lesedauer von ca. 3 Min.
KIM: sicherer Versand von eArztbrief und eAU über die TI
KIM verbindet Arztpraxen über die Telematikinfrastruktur mit Krankenhäusern und Kostenträgern. Wie der Dienst funktioniert, was er kostet und wie Netzleiter die Einrichtung übernimmt.

Fax und unverschlüsselte E-Mail haben in der medizinischen Kommunikation keinen Platz mehr. KIM (Kommunikation im Medizinwesen) übernimmt diese Aufgabe innerhalb der Telematikinfrastruktur: ein Nachrichtendienst, der E-Mail ähnelt, jedoch mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und elektronischer Signatur arbeitet. Praxen tauschen darüber Befunde, Arztbriefe und Verwaltungsnachrichten direkt mit anderen Einrichtungen und Kostenträgern aus.
Pflichtanwendungen, die KIM tragen
Zwei Anwendungen machen KIM in jeder Praxis zum Standard:
- Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU): Seit dem 1. Oktober 2021 übermitteln Praxen Krankmeldungen ausschließlich elektronisch an die Krankenkassen. KIM ist der vorgeschriebene Transportweg.
- Elektronischer Arztbrief (eArztbrief): Arztbriefe, die über KIM versandt werden, werden gesondert vergütet. Das schafft einen direkten wirtschaftlichen Anreiz für die digitale Übermittlung.
Über diese beiden Kernfunktionen hinaus lässt sich KIM für den gesamten schriftlichen Austausch innerhalb des Versorgungsnetzwerks nutzen. Details zur Einbettung in Ihre TI-Anbindung finden Sie auf unserer Seite KIM und Telematikinfrastruktur.
Was eine Praxis für KIM benötigt
Die technischen Voraussetzungen sind überschaubar, müssen aber vollständig erfüllt sein:
- E-Health-Konnektor oder ePA-Konnektor (aktueller Firmwarestand)
- Vertrag mit einem von der Gematik zugelassenen KIM-Anbieter
- Client-Modul, das in das Praxisverwaltungssystem eingebunden wird
- Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2.0 oder neuer
Fehlt eine dieser Komponenten oder ist der Konnektor veraltet, lässt sich KIM nicht einrichten. Ein Vorab-Check erspart Überraschungen bei der Inbetriebnahme.
Übersicht der Einrichtungs- und Betriebskosten
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| Update E-Health-Konnektor | 530 Euro einmalig |
| Update ePA-Konnektor | 400 Euro einmalig |
| KIM-Dienst Einrichtung | 200 Euro einmalig |
| KIM-Betriebskosten | 23,40 Euro pro Quartal |
| eHBA | 11,63 Euro pro Quartal je Arzt |
Die laufenden Kosten sind gering. Der tatsächliche Einrichtungsaufwand hängt vom Zustand des vorhandenen Konnektors und der Tiefe der PVS-Integration ab.
Einrichtung durch Netzleiter
Das Hamburger IT-Systemhaus Netzleiter verfügt über die KoCoBox-Konnektor-Zertifizierung der Gematik und verbindet regelmäßig Arztpraxen, Zahnarztpraxen und psychologische Psychotherapeuten mit der Telematikinfrastruktur. Bei der KIM-Einrichtung übernimmt Netzleiter das Konnektor-Update, die KIM-Konfiguration und die PVS-Integration aus einer Hand.
Praxen, die noch keine KIM-Anbindung haben oder prüfen möchten, ob ihre bestehende Konfiguration korrekt arbeitet, können eine kostenlose Erstberatung vereinbaren.
Häufige Fragen
Was unterscheidet KIM von einer gewöhnlichen E-Mail? KIM läuft ausschließlich über die Telematikinfrastruktur und ist verpflichtend Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Empfänger und Absender werden über den eHBA und Zertifikate der Gematik authentifiziert. Eine unverschlüsselte E-Mail erfüllt diese Anforderungen nicht und ist für medizinische Inhalte rechtlich ungeeignet.
Muss meine Praxis KIM zwingend nutzen? Für die elektronische Übermittlung der eAU an Krankenkassen ist KIM seit Oktober 2021 Pflicht. Für den eArztbrief ist KIM der vorgesehene Übertragungsweg und wird gesondert vergütet. Eine Praxis ohne funktionierende KIM-Anbindung kann diese Pflichten nicht erfüllen.
Was passiert, wenn der Konnektor nicht KIM-fähig ist? Ältere Konnektoren müssen per Firmware-Update auf den E-Health-Konnektor-Stand gebracht werden. Das Update kostet je nach Konnektortyp einmalig 400 bis 530 Euro. Netzleiter prüft den Zustand des Konnektors im Rahmen der Erstberatung und plant das Update, falls nötig.
Kann Netzleiter auch eine bestehende KIM-Einrichtung übernehmen und weiterbetreuen? Ja. Netzleiter dokumentiert den vorhandenen Stand, prüft die Konfiguration und übernimmt den laufenden Betrieb. Ein Anbieterwechsel ist dabei nicht zwingend erforderlich.
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