· Mehdi Aroui · Medical IT  · Lesedauer von ca. 3 Min.

eRezept in DATA-AL: Integration und Einrichtung in der Praxis

Wie DATA-AL das eRezept technisch abbildet, welche Signaturvarianten die Software bietet und welche Konfigurationsschritte bei der Einrichtung in Arztpraxen anfallen.

Wie DATA-AL das eRezept technisch abbildet, welche Signaturvarianten die Software bietet und welche Konfigurationsschritte bei der Einrichtung in Arztpraxen anfallen.

Seit dem 1. Januar 2024 ist das elektronische Rezept Pflicht. Für Praxen, die DATA-AL als Praxisverwaltungssystem einsetzen, ist das keine Hürde, sondern ein Prozess, der sich sauber abbilden lässt. Voraussetzung ist eine korrekte Konfiguration. Auf unserer Seite zur Telematikinfrastruktur und zum eRezept finden Sie den regulatorischen Rahmen. Dieser Artikel zeigt, wie die technische Einrichtung in DATA-AL konkret aussieht.

Warum die Konfiguration stimmen muss

Das eRezept läuft über die Telematikinfrastruktur. DATA-AL kommuniziert dabei über den DataHub mit den TI-Diensten. Ist die Verbindung nicht korrekt eingerichtet, schlagen Signierungen fehl oder Verordnungen werden nicht übertragen. Der Praxisbetrieb stockt, und das genau dann, wenn Patienten auf ihre Medikamente warten.

Drei Signaturvarianten in DATA-AL

DATA-AL stellt drei Wege zur Verfügung, um Verordnungen zu signieren:

  • Einzelsignatur. Jedes Rezept wird separat mit PIN bestätigt. Geeignet für geringe Rezeptvolumina.
  • Stapelsignatur. Mehrere Verordnungen werden gesammelt und in einem Durchgang signiert. Spart Zeit bei hohem Tagesaufkommen.
  • Komfortsignatur. Nach einmaliger PIN-Eingabe lassen sich bis zu 250 Dokumente innerhalb von 24 Stunden signieren, ohne erneute Bestätigung.

Welche Variante für Ihre Praxis passt, hängt von der Anzahl täglicher Verordnungen und den Abläufen im Team ab.

Einrichtung: zehn Schritte im Überblick

Die Konfiguration folgt einer festen Reihenfolge. Abweichungen führen zu Folgefehlern, die sich schwer eingrenzen lassen.

  1. Installationskonfiguration prüfen: Option „JService DataHub Instanz benutzen” aktivieren.
  2. DataHub auf die aktuelle Version aktualisieren.
  3. Hintergrunddienste konfigurieren: IP-Adressen und Ports eintragen.
  4. Portnummer in der db.ini anpassen (Port 80 oder 8090, abhängig von der Netzwerkumgebung).
  5. DataHub über das Menü „Extras” installieren.
  6. Impfnachweis-Routen einrichten.
  7. Druckerkonfiguration setzen: Format -80 -40 DIN A5.
  8. Veraltete Muster und Vorlagen aus dem System entfernen.
  9. DATA-AL neu starten.
  10. Test mit Testpatient und Testmedikament durchführen, bevor echte Verordnungen ausgestellt werden.

Was Praxen davon haben

Ist das eRezept korrekt eingebunden, entfällt der gesamte Papierprozess. Verordnungen landen direkt in der Apotheke, ohne dass Patienten ein Dokument verlieren oder vorlegen können. Die Daten sind lesbar und standardisiert, Fehler durch unleserliche Handschrift gibt es nicht mehr. Aus Praxissicht bedeutet das weniger Rückfragen und kürzere Bearbeitungszeiten am Tresen.

Auf der Patientenseite entfällt das Risiko, ein Rezept zu vergessen oder zu verlegen. Apotheken können Medikamente vorab vorbereiten, was die Wartezeit verkürzt. Datenschutztechnisch gelten die DSGVO-Standards der Telematikinfrastruktur.

Unterstützung durch Netzleiter

Das Hamburger IT-Systemhaus Netzleiter ist als KBV-zertifizierter IT-Dienstleister auf Praxis-EDV spezialisiert. Die Einrichtung des eRezepts in DATA-AL, die Schulung des Praxispersonals und die laufende TI-Pflege gehören zum Leistungsumfang. Bei Störungen oder Einrichtungsfragen: telefonisch unter 040 25 499 500 oder per E-Mail an support@netzleiter.com.

Häufige Fragen

Muss ich den DataHub manuell aktualisieren? Ja. Vor der eRezept-Einrichtung in DATA-AL muss der DataHub auf dem aktuellen Stand sein. Eine veraltete Version führt zu Verbindungsfehlern mit der Telematikinfrastruktur.

Welche Portnummer ist die richtige? Das hängt von Ihrer Netzwerkumgebung ab. In der db.ini wird entweder Port 80 oder Port 8090 eingetragen. Welcher gilt, lässt sich aus der bestehenden Netzwerkkonfiguration ableiten.

Wie viele Rezepte kann ich per Komfortsignatur signieren? Bis zu 250 Dokumente innerhalb von 24 Stunden nach einmaliger PIN-Eingabe. Die Komfortsignatur ist die effizienteste Variante für Praxen mit hohem Verordnungsvolumen.

Was passiert, wenn der Test mit dem Testpatienten fehlschlägt? Dann liegt meist ein Konfigurationsfehler in den Schritten davor vor. Häufige Ursachen sind eine falsche Portnummer in der db.ini oder ein nicht abgeschlossener DataHub-Update. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Konfiguration von Schritt 1 an zu prüfen, bevor echte Verordnungen ausgestellt werden.


Weiterlesen aus unserem Praxis-IT-Blog:

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